Die SZ hatte am 12. Oktober d.J. einen Aritkel von Tobias Moorstedt: "Man lebt nur zweimal". In diesem Artikel wird von dem Spiel "Second Life" der Firma LindenLab berichtet, das diese kostenlos zur Verfügung stellt: Man kann sich nicht nur einen Nick geben, sondern als eine "real" virtuelle Figur in dieser Welt agieren, mit Mit"menschen" sprechen, etwas unternehmen. Das Spiel ist gut zwei Jahre alt, die zweite Welt wird derzeit von rund 800.000 Figuren bewohnt. Die Firma lebt davon, dass sie in dieser virtuellen Welt Grundstücke verkauft; die Figuren brauchen in dieser Welt nicht zu kämpfen: "Es genügt, einfach zu existieren, die Sinnstiftung übernimmt die Konsumkultur: Mach es dir gemütlich! und: Verwirkliche dich selbst!"

Wir real diese virtuelle Welt ist
, zeigt sich an verschiedenen Phänomenen: Es hat in dieser Welt bereits ein Konzert der realen Band "Duran Duran" gegeben, eine Wahlkampfveranstaltung Mark Warners, eine Pressekonferenz von Sun Microsystems... Es gibt Filialen von Firmen, sodass man seinem Avatar die Klamotten anziehen kann, die man selber trägt oder kaufen möchte. Beim Fest zum 3. Geburtstag dieser virtuellen Welt wurden Bilder der realen Feier in die virtuelle Welt und Bilder von der virtuellen Feier in die reale Welt übertragen.
Einmal mehr verfließen die Grenzen zwischen Bildern und realer Welt, wobei die Bilder diesmal nur technisch erzeugt, aber wieder mit einer (kommerziellen) Nutzung verbunden sind.