In der SZ vom 27. Mai stand unter der Überschrift „Das Kreuz mit der Hilfe“ (S.13) ein Bericht Andrian Kreyes darüber, welche Probleme es mit dem Kreuz des Roten Kreuzes gibt. Dieses Kreuz-Symbol wurde 1863 vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes in Genf als Symbol für Neutralität (neutral wie die Schweiz und ihr Flaggen-Kreuz) eingeführt, zu Ehren des Schweizers Henri Dunant.
Islamische Länder sahen darin eine westliche Überfremdung und gründeten den Roten Halbmond. 1922 setzte der Iran gegen Kreuz und Halbmond (Russland und Türkei) einen roten Löwen mit roter Sonne; danach wollte man noch einen roten Torbogen, einen roten Stern, eine rote Sonne, eine rote Swastika und einen roten Davidsstern einführen.
Im Dezember 2005 einigten sich die Vertreter der beiden führenden Roten-Hilfen (Kreuz und Halbmond) auf den roten Kristall als ein neutrales Symbol: Zeichen der absoluten Neutralität der Nothelfer.
„Die verzweifelte Bemühung um Neutralität, die sich im Roten Kristall manifestiert, ist der ewige Traum von einer übergreifenden Ordnung, einer Universalethik, die stärker, mächtiger, wichtiger ist als die banalen Stretigkeiten der Menschheit.“ Der Kristall: ein Symbol für nichts und deshalb geeignet für alle.
Das Rote Kreuz, das auch als Roter Kristall agieren würde, ist in Birma in diesem Jahr gescheitert - an der Angst der Diktatoren vor fremder Hilfe.
